Seelsorgeraum Urner Oberland - Wassen
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Kapelle zur schmerzhaften Mutter,
Göscheneralp
 
1750 wird erstmals für die Göscheneralp eine Kapelle nachgewiesen. 1909 wurde eine neue Kirche gebaut, die dem Bau des Stausees weichen musste. Die heutige Kapelle im Gwüest wurde 1956 vom Kraftwerk Göschenen errichtet. Im Chor befi ndet sich der wertvolle Barockaltar von Jakob Ritz aus dem Jahr 1724, der einst in der Dorfkapelle Göschenen und später in der ehemaligen Göscheneralp-Kapelle stand. Von grossem historischem und künstlerischem Wert sind die beiden links und rechts vom horbogen aufgestellten gotischen Figuren. Die übrige künstlerische Ausschmückung ist das Werk des Kunstmalers Hans Schilter aus Goldau. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Rückwand.
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Kapelle St. Matthias, Abfrutt
 
Die Kapelle zu Ehren des Lawinenpatrons Matthias steht in Abfrutt. Bestimmt nicht von ungefähr wurde dieser Heilige als Schutzpatron gewählt. In unmittelbarer Nähe donnern auch heute noch die mächtigsten Lawinen zu Tale. Die erste Kapelle wurde 1608 erbaut und 1880 durch eine grössere ersetzt.
 
 
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Kapelle St. Margaretha, Meien
(Foto: www.wassen.ch)
In Meien, das bereits um 1246 erstmals erwähnt wird, dürfte bereits im Spät-mittelalter eine Kapelle gestanden haben. Von 1702 bis vor wenigen Jahren wurde der Weiler von einem eigenen Kaplan betreut. Die heutige Kapelle wurde 1866/67 erbaut und ersetzte den Vorgängerbau, der 1877 in ein Schulhaus umgebaut wurde. Die Pläne schuf Martin Gisler, und die Ausführung übernahm Josef Spalt, der auch die Kirchen in Erstfeld, Göschenen und Realp errichtete. Innen ist die Kapelle sehr schlicht. Ihr Stil ist neuromanisch. Das Hochaltarbild stammt von Melchior Paul von Deschwanden. Bemerkenswert ist das Bild des rechten Seiten-altars, das ein Werk des Einsiedler Paters und Malers Rudolf Blättler (1891) zeigt. Eine je nach Lichteinfall unterschied-liche Stimmung verschaffen die bemalten Glasfenster, die 1933 in die Kirche gelangten.
 
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Kapelle St. Rochus, Husen
Am Eingang des Meientals befi ndet sich der Weiler Husen. Die Kapelle ist dem heiligen Rochus geweiht. Er lebte zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Kurz nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen und gilt als Patron gegen Pest und Cholera. Hoch verehrt wurde er auch in Bauernkreisen und besonders bei Viehseuchen
als Nothelfer angerufen. Die jetzige Kapelle wurde 1959 gebaut. Im Turm
hängen zwei Glocken – eine stammt aus dem alten Geläute der Pfarrkirche Wassen und ist über 700 Jahre alt.
 
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St. Josef, Wattingen
Südlich von Wassen, am westlichen Ufer der Reuss, befi ndet sich die Kapelle St. Josef. Ursprünglich führte der Saumpfad unter ihrem Vordach hindurch. Auch diese Kapelle besitzt einen Altar von Lukas Regli aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts.
 
(Foto: www.wassen.ch)
 
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Kapelle St. Johannes Nepomuk, Färnigen
Färnigen ist die letzte Siedlung auf dem Weg zum Sustenpass. Die Kapelle ist dem heiligen Johannes Nepomuk geweiht und birgt einen prächtigen Altar aus der Werkstatt des Urner Altarbauers Lukas Regli um 1780. Leider fehlen die barocken Statuen. Sie wurden im 19. Jahrhundert durch Schnitzfi guren aus dem
Tirol ersetzt.
 
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Kapelle St. Anna, Gurtnellen Wiler
 
Gleich neben der Gotthardstrasse befindet sich die St.-Anna-Kapelle. Sie wurde 1661 erbaut. Sie ist wohl die eingenwilligste und bekannteste Wegkapelle, die in früheren Zeiten zahlreich den Fussweg über den Gotthard säumten. Sie boten den Reisenden in doppeltem Sinn Schutz.
Zum einen gewährten sie mit ihren  Vorzeichen, unter denen der Saumweg – wie bei der St.-Anna-Kapelle, wo er bis heute erhalten geblieben ist – direkt hindurchführte, dem Wanderer ein willkommenes Obdach. Hier konnte er sich ausruhen, hier erwartete ihn an schwülen Sommertagen ein schattiges Plätzchen, und hier fand er
auch bei starkem Regen oder Schneegestöber einen trockenen Unterstand. Zum anderen markierten die Kapellen jene Bezirke, in denen die an allen Ecken und Enden lauernden Gefahren und Bedrohungen gebannt waren. So weit der Klang des Glöckleins einer Kapelle schallte, reichte der Schutz. Dann folgte der
nächste Rayon, den man mit einer Kapelle wiederum einem oder gar mehreren Heiligen anvertraut hatte. So reihte sich auf dem Weg auf die Passhöhe eine Kapelle an die andere. Selbst in den abgeschiedensten Gegenden, wie etwa im Felli- oder Isental, baute man Kapellen, um so den Schutz eines Heiligen
zu erbitten. Wo das Geld fehlte oder der Bau einer Kapelle dann doch zu mühselig erschien, behalf man sich gerne mit einem einfachen Holzkreuz oder einem Bildstöcklein.
Markant bei der St.-Anna-Kapelle ist das Vordach. Beim Bau der Fahrstrasse 1821 wurden ihre beiden Dachträgerpfosten um gut einen Meter zurückversetzt.
Die Kapelle birgt in ihrem Innern einen reizvollen Altar des Urner Altar- und Bildhauers Lukas Regli von 1771. Die Unterseite des breiten Vordachs ist mit hübschen Blumen- und Früchtemotiven bemalt. 1989 wurde die Kapelle umfassend
restauriert.
 
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Kapelle Maria Hilf, Gurtnellen Dorf
Knapp eine halbe Wegstunde von Gurtnellen-Dorf stossen wir in Richligen auf die viel besuchte Maria-Hilf-Kapelle. Sie wurde in Dankbarkeit für eine glückliche Heimkehr aus dem Villmerger Krieg im Jahr 1712 von Thomas Baumann und seinen drei Söhnen gestiftet. Die heutige Kapelle wurde 1859 neu gebaut und 1967 restauriert.
 
 
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Steibenwaldkapelle, Gurtnellen
Hoch auf einer einsamen Felskanzel und umrahmt von hochstämmigen Föhren befi ndet sich die Steibenkapelle. Hier stand früher eine alte Föhre mit einem Mutter-gottesbild. Als der Baum zu dürren begann, errichteten die Gläubigen 1910 um den Föhrenstock herum die Kapelle. Er bildet noch heute den Altar und beher- bergt das Muttergottesbild. Die Wallfahrtskapelle wurde zum Schutz gegen
die Wilerplanggen-Lawine errichtet.
 
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Fellital-Kapelle, Gurtnellen
Am Eingang zum Fellital steht die kleine Fellital - Kapelle. Mit ihrem schützenden Vordach lädt sie die Älpler und die Bergwanderer zum Verweilen ein. Bei den Einheimischen wird die Kapelle auch Waldbruder-Kapelle genannt. Einst soll hier ein Waldbruder gehaust haben. Fraglich ist allerdings, ob die Errichtung der
Kapelle tatsächlich mit der 1746 nachgewiesenen Einsiedelei in Zusammenhang steht.
 
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Marienkapelle, Gurtnellen
Südlich von Meitschligen stand bis zum Bau der Fahrstrasse 1820 die so genannte Kapelle «zur Tafeln». Ihren Namen bekam sie von einem Holztafelgemälde, das Maria mit dem Kind darstellte. Nach dem Strassenbau wurde die jetzige schlichte Wegkapelle errichtet.
 
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Kapelle zur Schmerzensmutter, Intschi
 
 
 
Seit 1815 besass auch Intschi eine eigene Kapelle. Sie musste 1922 der neuen Strasse weichen. An ihrer Stelle wurde östlich der Strasse die heutige Kapelle gebaut. Leider wurde von der Innenausstattung des alten Gotteshauses beinahe nichts übernommen.
 
 
 
 
 
 
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(Quelle: Urner Kirchen- und Kapellenführer URI, „Kein schöner Land für Gottes Kinder“, Verlag: Baumann und Fryberg AG, Gitschenstrasse 9, 6490 Altdorf, Text Stefan Fryberg, Redaktioneller Beirat: Dr. Hans Stadler, Fotos: div.)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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